{"id":233,"date":"2019-02-18T23:34:11","date_gmt":"2019-02-18T22:34:11","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/?p=233"},"modified":"2020-09-15T16:24:42","modified_gmt":"2020-09-15T14:24:42","slug":"warum-nazis-nazis-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/?p=233","title":{"rendered":"Warum Nazis Nazis bleiben"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>18.02.2019<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am 24.11.18 war auf dem Haus eine Veranstaltung der <em>Marburger Burschenschaft Germania<\/em> (Deutsche Burschenschaft), wo neben Vertretern der <em>AfD<\/em> und <em>Identit\u00e4ren<\/em> auch Personen der Partei <em>Der Dritte Weg<\/em> anwesend waren. Die Veranstaltung zeigt mal wieder, dass an der \u201eNeuen Rechten\u201c nur wenig neu ist. Organisationen wie <em>Der Dritte Weg<\/em>, die explizit neonazistisch agieren, sind mit Faschisten, wie den <em>Identit\u00e4ren<\/em> und anderen extrem rechten Gruppierungen wie der <em>AfD<\/em>, verbunden. Diese werden durch die Arbeit von Verl\u00e4gen wie <em>Antaios<\/em> und <em>Jungeuropa<\/em> unterst\u00fctzt, finanziert durch <em>Ein Prozent<\/em> und, illustriert durch Zeitschriften wie zum Beispiel das <em>Compact-Magazin<\/em> oder die <em>Zuerst!<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Zusammenarbeit wird nicht nur nicht geleugnet, sondern auch offen zugegeben und das regelm\u00e4\u00dfig. Als Beispiel hierf\u00fcr kann der Vortrag des Marburger Germanen Philipp Stein gelten, der f\u00fcr <em>Ein Prozent<\/em> beim Europa Nostra Festival der <em>Identit\u00e4ren <\/em>am 25.8.18 in Dresden auftrat und in seinem Vortrag klar formulierte wie St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck der gesellschaftliche Einfluss der extremen Rechten ausgebaut werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Er spricht von einem \u201erechten Grundkonsens\u201c, mithilfe dessen die Rechte es schaffen m\u00fcsse, bei allen Differenzen, gemeinsam das \u201egro\u00dfe Ganze\u201c ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen. Dieses hier nur skizzierte Vorgehen l\u00e4sst sich sehr gut an der Veranstaltung der <em>Marburger Burschenschaft Germania<\/em> am 24.11.18 verdeutlichen.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><em><u>Infobox: Philip Stein <\/u><\/em>\n\n<em>-Wohnt aktuell mit Frau und Kind in Schkeuditz.<\/em>\n\n<em>-inaktiver Bursche der Germania Marburg <\/em>\n\n<em>-ist Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft<\/em>\n\n<em>-enger Kontakt zu G\u00f6tz Kubitschek und dem IfS <\/em>\n\n<em>-Inhaber von dem Kleinstverlag Jungeuropa<\/em>\n\n<em>-Leiter von Ein Prozent-Initiative<\/em>\n\n<em>-f\u00fcr Vortrag im Bundestag bei der AfD ein-\n geladen (Juli 2018)<\/em>\n\n<em>-federf\u00fchrend beim Angriff auf FotografInnen, \n der vom JA-Landeskongress Hessen (29.04.2017) \n ausging, beteiligt<\/em>\n\n<em>-er\u00f6ffnete den Verteidiger Europas-Kongress 2018\n und war 2016 auch dort<\/em>\n\n<em>-hielt Vortrag bei Umwelt und Aktiv mit dem Titel\n \u201edas organische Weltbild und die \u00f6kologische Revolution\u201c<\/em>\n\n<em>-hat am 24.11.2018 bei dem Veranstaltungsabend \n \u201eJunges Europa\u201c gesprochen<\/em>\n\n<em>-verlieh beim Compact-Kongress 2017 den Preis \n \u201eHeld des Widerstandes\u201c<\/em>\n\n<em>-hat gute Kontakte zu Casa Pound<\/em>\n\n<em>-im Februar 2014 verteilte er in Marburg f\u00fcr \n Naziaufmarsch in Dresden Flyer<\/em>\n\n<em>-Autor f\u00fcr die Blaue Narzisse <\/em>\n\n<em>-2013 Zwischentag Buchpr\u00e4sentation \u201eJunges Europa\u201c \n (Autoren Felix Menzel und Stein),auch Andreas Lichert \n sprach hier<\/em>\n\n<em>-2013 Praktikant beim von Casa Pound inspirierten \n \u201eZentrum f\u00fcr Jugend, Identit\u00e4t und Kultur\u201c rund \n um Felix Menzel und die Blaue Narzisse<\/em>\n\n<em>-schrieb mit Felix Menzel das Buch \u201eNazivorwurf\u201c<\/em>\n\n<em>-seine MC Kar<\/em><em>riere begann fr\u00fch und endete schnell \n als MC Philler. \n Der Schwalm Eder Kreis war wohl nicht reif f\u00fcr \n den jungen Stein\n\n <\/em><em><strong><\/strong><\/em><\/pre>\n\n\n\n<p>An diesem Novembertag fand bei der Germania eine Veranstaltungreihe mit dem Titel \u201eJunges Europa\u201c statt. Aus allen Ecken der extremen Rechten waren BesucherInnen anwesend. Leute aus der <em>JN<\/em>, <em>NPD<\/em>, von den <em>Marburger J\u00e4gern<\/em>, vom <em>Coburger Convent<\/em>, der <em>Jungen Alternative<\/em> (JA) den <em>Identit\u00e4ren<\/em>, der <em>AfD<\/em> und von der Partei <em>Der Dritte Weg<\/em>. Wobei diese Liste hier sicher nicht vollst\u00e4ndig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>All diese Gruppierungen trafen sich an diesem Tag auf dem Burschenhaus der Germania Marburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <em>Deutsche Burschenschaft<\/em> (DB) nimmt die Rolle eines Scharniers zwischen verschiedenen Str\u00f6mungen der Extremen Rechen ein und versucht au\u00dferdem, deren Kaderschule zu sein. Die Marburger Burschenschaft Germania dient hier als Beispiel, dieses Vorgehen ist jedoch nicht auf diese Burschenschaft begrenzt, sondern es handelt sich hier um ein politisches Wirken, welches im kompletten deutschsprachigen Raum bei der DB auff\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Folgenden versuchen wir die Spannweite des extrem Rechten Netzwerks der <em>Marburger Germania<\/em> anhand des Besuches der Delegation der Nazipartei <em>Der Dritte Weg<\/em> vom 24.11.18 in Marburg und ihren Verkn\u00fcpfungen zu <em>Casa Pound<\/em> aufzuzeigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Dritte Weg und die Marburger Burschenschaft Germania<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 24. 11. 2018 war eine Reisegruppe von Personen der Partei <em>Der Dritte Weg<\/em> anwesend. Darunter war unter anderem Martin Binswanger<strong>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2019\/02\/24Binswanger.jpg\" alt=\"\" width=\"1198\" height=\"800\">\u00a9 Pixelarchiv<\/p>\n\n\n\n<p>Martin Binswanger wuchs in Wei\u00dfenburg i. Bay. auf und machte dort sein Abitur. Er studierte in Eichst\u00e4tt. Aktuell wohnt er in N\u00fcrnberg.<\/p>\n\n\n\n<p>In der beschaulichen fr\u00e4nkischen Kleinstadt Wei\u00dfenburg fiel er Antifaschist_innen bereits als Jugendlicher auf, als er sich bei Aktionen der lokalen <em>NPD<\/em> beteiligte und von diesen aufgebaut wurde. Martin Binswanger war der Kopf der 2009 gegr\u00fcndeten <em>Freien Nationalisten Wei\u00dfenburg<\/em> (FN WUG). Ab Mitte 2012 wendeten sich Martin Binswanger und die <em>FN WUG<\/em> haupts\u00e4chlich dem <em>Freien Netz S\u00fcd<\/em> (FNS) zu. Bis dahin organisierten die <em>FN WUG<\/em> immer wieder auch gemeinsame Aktionen mit den <em>Jungen Nationaldemokraten<\/em> (JN) und der Division Franken, die massive \u00dcberschneidungen mit der fr\u00e4nkischen <em>JN<\/em> hatte. Am 28.11. 2011 griffen die Neonazis der <em>FN WUG<\/em> und <em>Division Franken<\/em> eine antifaschistische Mahnwache vor dem Wei\u00dfenburger AJZ an und verletzten dabei zwei Personen durch B\u00f6llerw\u00fcrfe. In der Nacht vom 25.4. auf den 26.4.12 stellten Neonazis der <em>FN WUG<\/em> mehrere <em>NSU<\/em> verherrlichende Paulchen Panther Aufsteller im Landkreis Wei\u00dfenburg-Gunzenhausen auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer wieder war er auch als Ordner bei Versammlungen von Neonazis des inzwischen verbotenen <em>FNS<\/em> aufgefallen. So am 30.3.13 in N\u00fcrnberg und am 1.5.2013 in W\u00fcrzburg. Au\u00dferdem beteiligte er sich seit Jahren regelm\u00e4\u00dfig an Nazidemonstrationen, unter Anderem am 10.3.12 in Wei\u00dfenburg i. Bay., 1.5.12 Hof, 17.11.12 Wunsiedel, 10.5.13 Regensburg oder am 18.4.15 in F\u00fcrth. Sp\u00e4testens ab 2013 hatte Martin Binswanger eine \u00fcberregionale Rolle im <em>FNS<\/em> inne.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 28.4.14 stellten die <em>FN WUG<\/em>, genau so wie das <em>FNS<\/em>, das Betreiben ihrer Internetauftritte ein. Am 23.7.14 wurde das <em>FNS<\/em> dann auch durch das Bayrische Innenministerium verboten. Im Zuge des Verbotes kam es auch zu einer Hausdurchsuchung bei Martin Binswanger.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2019\/02\/2013-zimmermannUndBinswanger.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-726\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Martin Binswanger (v.li); Kai Zimmermann (v.re)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ab dieser Zeit f\u00fchrte Martin seine Aktivit\u00e4ten in der Partei<em> Der Dritte Weg<\/em> fort, genau wie weite Teile der FNS Struktur. Gemeinsam mit Teilen des Bundesvorstandes dieser Partei war er auch am 24.11.18 auf dem Haus der Marburger Burschenschaft Germania anwesend. Bereits Ende Juli 2018 kommentierte er mit seinem Facebookprofil \u201eMartin Tetzlaff\u201c, sichtlich besorgt um die Sicherheit der <em>Marburger Burschenschaft Germania<\/em>, eine \u201eFischbr\u00f6tchen-Attacke\u201c gegen das Haus und die Ver\u00f6ffentlichung von den Aufnahmen der \u00dcberwachungskameras mit: \u201eDass k\u00fcnftige Anschl\u00e4ge &#8211; bei denen dann vielleicht nicht nur ein Fischbr\u00f6tchen geworfen wird &#8211; nur noch vermummt begangen werden und man die T\u00e4ter bei ernsthaften Sachen dann nicht mehr identifizieren kann\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>So mancher Marburger Germane bewegte sich mindestens vor seinem Studium in den selben Strukturen wie Martin Binswanger. Zu nennen w\u00e4re an dieser Stelle Tobias Sauer, welcher St\u00fctzpunktleiter der <em>JN Ulm-Heidenheim<\/em> sowie Gr\u00fcndungsmitglied der <em>AG Schwaben <\/em><em>war<\/em>. Die <em>AG Schwaben<\/em> war genau so wie die FN WUG im Kameradschaftsdachverband FNS organisiert. Auch der Burschenschaftler der <em>Germania Marburg<\/em> Patrick Bass, der jetzt als Identit\u00e4rer Rapper Komplott auftritt, <a href=\"https:\/\/naziwatchmarburg.noblogs.org\/warum-die-burschenschaft-germania-kein-naziproblem-hat-sondern-eines-ist\/\">war Aktivist der <em>AG Schwaben<\/em><\/a>. Er beteiligte sich unter anderem an einer Nazidemonstration am 1. Mai 2011 in Heilbronn im Block des FNS welcher von <a href=\"https:\/\/www.aida-archiv.de\/chronologie\/18-mai-2011\/\">Kai Zimmermann<\/a> angef\u00fchrt wurde, der ebenfalls am 24.11.2018 auf dem Haus der <em>Marburger Burschenschaft Germania<\/em> anwesend war. Auch die<em> FN WUG<\/em> waren als Gruppe zu dieser Demonstration angereist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2019\/02\/Patrick-Bass-2011-Heilbronn.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-727\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Patrick Bass in Heilbronn (hi.mitte mit Kappe und Brille)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das <em>Landkreisb\u00fcndnis gegen Rechts Wei\u00dfenburg Gunzenhausen<\/em> stellte bereits 2013 mehrfach eine Zusammenarbeit zwischen den <em>FN WUG<\/em> und der <em>AG Schwaben<\/em> fest. Im Artikel \u201e<a href=\"https:\/\/wug-gegen-rechts.de\/2013\/02\/neonazis-mischten-sich-unter-faschingsnarren\/\">Neonazis mischten sich unter Faschingsnarren<\/a>\u201c wird \u00fcber eine Beteiligung von Wei\u00dfenburger Neonazis um Martin Binswanger an einer Aktion der AG Schwaben in Gersthofen bei Augsburg w\u00e4hrend der Faschingszeit berichtet. Im September 2013 folgte eine Kundgebung in Bobingen (Landkreis Augsburg) auf der sich die <em>FN WUG<\/em> mit der <em>AG Schwaben<\/em> vernetzten (<a href=\"https:\/\/wug-gegen-rechts.de\/2013\/09\/weissenburger-neonazis-vernetzen-sich-auf-kundgebungen-in-oberbayern-und-schwaben\/\">Wei\u00dfenburger Neonazis vernetzen sich auf Kundgebungen in Oberbayern und Schwaben<\/a>). Auch hier war Martin Binswanger anwesend. Tobias Sauer kam im Wintersemester 2013\/2014 Mitglieder der <em>Marburger Burschenschaft Germania<\/em>. Patrick Bass war mindestens seit dem Zwischentag 2013 Fux der <em>Germania Marburg<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sind allerdings nicht die Einzigen der Marburger Burschenschaft Germania, die \u00fcber Kontakte zur Nazipartei Der Dritte Weg verf\u00fcgen, zu nennen ist an dieser Stelle auch <a href=\"https:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/post\/2018\/06\/07\/till-weckmuller-moritz-hermann-otto-georg-nieder-germania-marburg-geoutet\/\">Till Weckm\u00fcller<\/a>. Dieser hat sein Studium in Marburg bereits beendet. Bevor Till Weckm\u00fcller nach Marburg kam, war er ebenfalls in den Strukturen der Partei <em>Der Dritte Weg<\/em> aktiv. 2017 war Till Weckm\u00fcller am 11. Februar beim sogenannten \u201eTag der Ehre\u201c in Budapest anwesend, der von einem ungarischen Ableger von <em>Blood&amp;Honor<\/em> mitorganisiert wird. Till Weckm\u00fcller hat die Veranstaltung am 24.11.18 organisiert.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Dritte Weg<\/em> ver\u00f6ffentlichte au\u00dferdem, nach einer antifaschistischen Demonstration am 31.1.2014 gegen die Marburger Burschenschaft Germania anl\u00e4sslich ihres Vorsitzes der Deutschen Burschenschaft einen Artikel unter der \u00dcberschrifft \u201e\u2018Licht aus\u2018 f\u00fcr Linksautonome in Marburg\u201c. Der Artikel enth\u00e4lt zum Beispiel Informationen \u00fcber die Beteiligung von anderen Verbindungsstudenten an der Demonstration. Diese Information kommen muss von Personen mit Szenekenntnis \u00fcber Korporierte in Marburg, da diese nicht mit Band und M\u00fctze etc. unterwegs waren. Der Artikel schlie\u00dft mit dem Abfeiern eines Butters\u00e4ure Anschlags auf die linke Kollektivkneipe Havanna 8 am selben Abend, und den Worten \u201eLicht aus Antifa \u2013 Lutherstra\u00dfe bleibt national\u201c. An diesen Punkt wird die Vernetzung der <em>Burschenschaft Germania Marburg<\/em> und der Nazipartei <em>Der Dritte Weg<\/em> erneut offensichtlich. So ist es kein Wunder das am 24.11.18 eine Delegation der Partei anwesend war.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deutsche Nazis und ihre Bewunderung f\u00fcr Casa Pound<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Januar 2019 war eine Delegation der Nazi Partei<em> Der Dritte Weg<\/em> f\u00fcr einen Aufmarsch der faschistischen Organisation <em>Casa Pound<\/em> in Rom angereist, auch der Germane Philipp Stein war hier anwesend. 2015 war Philip Stein schon einmal in Rom und f\u00fchrte mit <em>Casa Pound<\/em> ein Interview, welches in den Burschenschaftlichen Bl\u00e4ttern erschien. Hier bewundert Stein, dass <em>Casa Pound<\/em> &#8222;sowohl als \u00fcberzeugte und militante Faschisten als auch sozial engagierte und fortschrittliche Aktivisten&#8220;(Burschenschaftliche Bl\u00e4tter 1\/2015: 90) \u00fcberzeugen. Au\u00dferdem stellt Philip Stein die Frage: &#8222;Geh\u00f6rt S\u00fcdtirol zu Italien oder Deutschland&#8220;(ebd.), wor\u00fcber die beiden Parteien im weiteren Verlauf des Interviews wie selbstverst\u00e4ndlich diskutieren.<\/p>\n\n\n\n<p>2017 waren Mitglieder der <em>Marburger Germania<\/em> erneut in Rom und besuchten eine Bar, welche in Rom f\u00fcr seine Verbindung zu <em>Casa Pound<\/em> bekannt ist. Das Foto was sie sp\u00e4ter auf Facebook posteten wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, unten im Bild liegt ein Bajonett und ein Germanenband. Von dem Fotografen wurde ein interessantes Detail in der Kneipe vom Foto ausgeschnitten. Nicht auf auf dem Foto zu sehen ist, ist das geschwungene Hakenkreuz, welches direkt links neben dem Bildausschnitt der Germanen in der Bar h\u00e4ngt. In Deutschland sind auch diese geschwungenen und abgewandelten Hakenkreuze verboten, weshalb die Germanen das Foto wohl lieber nur einen Teil des Tresen der Kneipe auf ihrem Foto ver\u00f6ffentlichten.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2019\/02\/carre-monti-germania.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-728\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2019\/02\/carremontihkn-umrand.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-741\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Januar 2018 war auch ein anderer Marburger Burschenschafter und Nazi in Rom. Der Rheinfranke Lars Roth, wurde von einem \u201eKameraden\u201c, der faschistischen Gruppierung Casa Pound zu der Veranstaltung am 7. Januar auf der Acca Larentia eingeladen. Au\u00dferdem schenkte Ruperto Cavalliero ihm zwei T-shirts, die dieser stolz auf Facebook pr\u00e4sentierte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2019\/02\/lars-rupertoSHIRTS-279x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-730\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das eine Shirt ist von der Band \u201eBronson\u201c die am <a href=\"http:\/\/antifra.blog.rosalux.de\/casapound-italia-on-the-rise-faschisten-des-dritten-jahrtausends-marschieren-mit-5-000-leuten-durch-rom\/\">07.01.2018<\/a> im Rahmen der Acca-Larentia \u201eProteste\u201c bei einem Konzert mit \u201eZetoZeroAlpha\u201c, dessen Frontmann <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/CasaPound_Italia\">Gianluca Iannone<\/a> ist, der NS-Hardcore Band \u201eHate for Breakfast\u201c und anderen Bands aus dem Umfeld von Casa Pound, spielte. Das andere Shirt ist von der \u201eBlocco Studentesco\u201c, der Sch\u00fcler- und Studentenorganisation von Casa Pound. Auch <a href=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/?p=183\">Lars Roth<\/a> ist ein Beispiel f\u00fcr das Netzwerk von Burschenschaften und Naziszene. Bei ihm handelt es sich um einen seit Jahren bekannten Aktivist \u00fcber den wir bereits berichteten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2019\/02\/einladung-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-733\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2019\/02\/rupertoCa.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-731\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>ruperto cavaliero<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Auch im im Januar 2019 fand ein \u201eBronson\u201c Konzert im Kontext der Aktionen von <em>Casa Pound<\/em> statt, von dem aus Philipp Steins <em>Jung Europa Verlag<\/em> ein Video auf Facebook gepostet hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 7.Januar 2018 verbreitete Philip Stein einen Tweet zu dem \u201eGedenkmarsch\u201c von der Piazza San Giovanni zur Acca Larentia. Dieser Tweet kam von Lorenzo Gabrielli, welcher ebenfalls <em>Casa Pound<\/em> Aktivist ist. Schon in diesem Jahr, genauso wie in den Jahren zuvor, wurden am Ende des Gedenkmarsches an der Via Acca Larentia kollektiv der faschistische Gru\u00df gezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr darauf, am 7.Januar 2019, stand Philip Stein an der Acca Larentia in genau diesem Aufzug, der erneut massenhaft den faschistischen Gru\u00df zeigte, obwohl dies seit 2017 auch in Italien strafbar ist. Mehr dazu hier:&nbsp; https:\/\/lsa-rechtsaussen.net\/roemische-gruesse-nach-deutschland\/<\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2019\/02\/lsa-steinROM.png\" alt=\"\" width=\"664\" height=\"525\">\u00a9LSA-Rechtsaussen<\/p>\n\n\n\n<p>Da es jedes Jahr an der gleichen Stelle zu dieser Widerw\u00e4rtigkeit kommt, k\u00f6nnen Philip Stein und seine Begleiter J\u00f6rg Dittus und Volker Zierke nicht behaupten, dass sie nichts davon gewusst h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Strategen der extremen Rechten und der DB bewundern <em>Casa Pound<\/em> f\u00fcr das Agieren der Organisation in der sozialpolitisch prek\u00e4ren Situation Italiens. <em>Casa Pound<\/em> versucht den materiellen Mangel der Bev\u00f6lkerung, der durch L\u00fccken des Sozialsystems entsteht, einzud\u00e4mmen. So wollen sie versuchen, weite Teile der Gesellschaft zu erreichen, dies soll, verbunden mit einer Kulturrevolution von Rechts, zu einer extrem rechten Hegemonie f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>So ist es also kein Wunder, das Philip Stein in der bereits zu Beginn erw\u00e4hnten Rede beim <em>Europa Nostra<\/em> der Identit\u00e4ren 2018 in Dresden propagierte, die n\u00e4chste Krise komme bestimmt und dann m\u00fcsse die extreme Rechte mit noch mehr geschulten Kadern zur Stelle sein und trotz ihrer Differenzen, unterschiedlichen Vorstellungen und Organisationen, mit einem \u201eGrundkonsens\u201c weiter gesellschaftlichen Boden f\u00fcr ihre Inhalte gewinnen, um irgendwann, das \u201egro\u00dfe Ganze\u201c ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen (vgl. Vortrag Europa Nostra Philipp Stein 2018).<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Person, die Umbruchsphantasien so offensichtlich ausspricht und Kontakte zu faschistischen Gruppierungen wie Casa Pound hat und in seinem Kleinstverlag faschistische Literatur ver\u00e4u\u00dfert ist der Pressesprecher der <em>Deutschen Burschenschaft<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Deutsche Burschenschaft hat kein Naziproblem, die Deutsche Burschenschaft ist das Naziproblem &#8211; dies ist der einzige Schluss die unsere Recherchen der letzten Jahre zulassen. Die Deutsche Burschenschaft arbeitet offensichtlich darauf hin die Gesellschaft im deutschsprachigen Raum nachhaltig und nach ihren Vorstellungen zu ver\u00e4ndern. Die H\u00e4user der Burschenschaften dienen als Treffpunkt, Ausbildungsst\u00e4tte und Scharnier f\u00fcr die extreme Rechte, die von der <em>AfD<\/em> \u00fcber die <em>Identit\u00e4ren<\/em> bis zur Partei <em>Der Dritte Weg<\/em> und weiteren Strukturen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nazis sind nicht ohne Faschismus zu denken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man sich das Netzwerk der extremen Rechten in Deutschland anschaut, kommt man zu dem Schluss, dass die <em>AfD<\/em> in der ersten Reihe steht, einen auf saubere Weste macht, in Bundes- und Landtagen andere Nazis mit Jobs und Geld versorgt und gleichzeitig versucht auf parlamentarischem Weg an einer Rechtswende zu arbeiten. Die Teilweise erfolgreicheren oder auch weniger erfolgreicheren Netzwerker der DB verfolgen durch einen vorget\u00e4uschten Bruch mit dem Deutschen Nationalsozialismus die Strategie der \u201eNeuen Rechten\u201c. Gleichzeitig wird durch Propaganda so Einfluss auf gesellschaftliche Meinungsbildung genommen, dass Nazipostionen kein Tabu mehr sind, sondern als legitime Meinung anerkannt werden. Dabei kommt&nbsp; heraus, dass Personen wie Philipp Stein sowohl bei den offensichtlichen Nazis von \u201aUmwelt und Aktiv\u2018 wie auch bei der AfD Fraktion im Bundestag gern gesehener Gast und Pressesprecher der DB ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens in der zweite Reihe und den darauf folgenden blickt man dann in die &#8222;Fratzen&#8220; knallharter Nazis wie von der Partei<em> Der Dritte Weg<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Pressesprecherin Wilma Streit sagt hierzu: \u201eDie Vordenker der \u201eNeuen Rechten\u201c versuchen den Gestank der braunen Schei\u00dfe der sie den Weg bereiten mit Lufterfrischern zu \u00fcberdecken, um Geruchsbeschr\u00e4nkte m\u00f6glichst lange zu t\u00e4uschen und die Intensit\u00e4t des Gestanks zur Normalit\u00e4t werden zu lassen. Das dies eine Zuspitzung extrem rechter Gewalt mit sich bringt, sei hier nur am Rande erw\u00e4hnt, ist allerdings unausweichlicher Bestandteil dieser Ideologie.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>18.02.2019 Am 24.11.18 war auf dem Haus eine Veranstaltung der Marburger Burschenschaft Germania (Deutsche Burschenschaft), wo neben Vertretern der AfD und Identit\u00e4ren auch Personen der Partei Der Dritte Weg anwesend waren. Die Veranstaltung zeigt mal wieder, dass an der \u201eNeuen Rechten\u201c nur wenig neu ist. Organisationen wie Der Dritte Weg, die explizit neonazistisch agieren, sind mit Faschisten, wie den Identit\u00e4ren und anderen extrem rechten Gruppierungen wie der AfD, verbunden. Diese werden durch die Arbeit von Verl\u00e4gen wie Antaios und Jungeuropa unterst\u00fctzt, finanziert durch Ein Prozent und, illustriert durch Zeitschriften wie zum Beispiel das Compact-Magazin oder die Zuerst!. Diese Zusammenarbeit wird nicht nur nicht geleugnet, sondern auch offen zugegeben und das regelm\u00e4\u00dfig. Als Beispiel hierf\u00fcr kann der Vortrag des Marburger Germanen Philipp Stein gelten, der f\u00fcr Ein Prozent beim Europa Nostra Festival der Identit\u00e4ren am 25.8.18 in Dresden auftrat und in seinem Vortrag klar formulierte wie St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck der gesellschaftliche Einfluss der extremen Rechten ausgebaut werden soll. Er spricht von einem \u201erechten Grundkonsens\u201c, mithilfe dessen die Rechte es schaffen m\u00fcsse, bei allen Differenzen, gemeinsam das \u201egro\u00dfe Ganze\u201c ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen. Dieses hier nur skizzierte Vorgehen l\u00e4sst sich sehr gut an der Veranstaltung der Marburger Burschenschaft Germania am 24.11.18 verdeutlichen. 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