{"id":208,"date":"2018-05-25T17:18:44","date_gmt":"2018-05-25T15:18:44","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/?p=208"},"modified":"2020-09-15T16:35:04","modified_gmt":"2020-09-15T14:35:04","slug":"verschiedene-generationen-der-germania-marburg-und-ihr-extrem-rechtes-netzwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/?p=208","title":{"rendered":"Verschiedene Generationen der Germania Marburg und ihr extrem rechtes Netzwerk"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>25.05.2018<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wie schon in mehreren unserer Texte behandelt, dient die AfD f\u00fcr viele Burschenschafter als politisches Bet\u00e4tigungsfeld. Doch nicht nur die AfD ist als ein Solches zu benennen, sondern es k\u00f6nnen weitere Organisationen ausgemacht werden, die f\u00fcr Burschenschafter \u00e4hnliche M\u00f6glichkeiten bieten. Um die aktuelle extreme Rechte richtig erfassen zu k\u00f6nnen, muss diese als Netzwerk verstanden werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Hauptakteure sind hier, neben der AfD, die Identit\u00e4re Bewegung, das Institut f\u00fcr Staatspolitik mit der Einprozent-Initiative, PEGIDA und die neonazistische Rechte zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle diese Organisationen oder Gruppierungen erf\u00fcllen unterschiedliche Funktionen und sprechen hierbei innerhalb des rechten Spektrums verschiedene Personengruppen an. Wo die Identit\u00e4re Bewegung eine v\u00f6lkische Jugendbewegung sein m\u00f6chte, die von jungen Rechten gestemmt wird und diese ansprechen soll, ist PEGIDA eher von \u00e4lteren Leuten dominiert, die aus dem sogenannten Mittelstand kommen. Bei der IB wird vor allem \u00fcber Medien und Inszenierung ein Bild gezeichnet, bei PEGIDA sind es dagegen Demonstrationen, die regelm\u00e4\u00dfig stattfinden. Die Einen wollen eine patriotische junge Elite darstellen, die Anderen das \u201eVolk\u201c repr\u00e4sentieren. EinProzent ist der Geldgeber in verschiedenste Richtungen, f\u00fcr AfD, PEGIDA, IB und andere rechte Projekte. Das IFS soll der rechte \u201eThinktank\u201c sein, der zur patriotischen Revolution das passende Gedankengut beisteuern soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei AfD, Pegida, IFS und Einprozent, handelt es sich um Organisationen, die sich bem\u00fchen in der \u00d6ffentlichkeit ein Bild zu wahren, in dem offene physische Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung eher abgelehnt wird. Auch wenn nicht zu \u00fcbersehen ist, dass es sich hier ausschlie\u00dflich um die Erschaffung eines fiktiven Au\u00dfenbildes handelt, das eine Anschlussf\u00e4higkeit an eine b\u00fcrgerliche Mitte erleichtern soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Beispiel k\u00f6nnen hier k\u00f6rperliche Angriffe von Burschenschaftern und IB-lern in <a href=\"https:\/\/www.mz-web.de\/sachsen-anhalt\/nach-uebergriff-auf-linken-identitaerer-kommt-nach-angriff-in-strassenbahn-vor-gericht-27821274\">Halle<\/a> oder <a href=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/?p=143\">Marburg<\/a> angef\u00fchrt werden, sowie offene Sympathiebekundungen f\u00fcr einen Faschismus als Theorie aber auch in der Praxis. Hier seien die mehrfachen Besuche von Marburger Burschen bei Casa Pound in Italien und ihre offene Bewunderung der faschistischen Organisation in Italien zu nennen. Die Liste k\u00f6nnte zahllose Seiten f\u00fcllen, dennoch inszeniert sich die \u201eneue\u201c\/akademische Rechte als friedfertig.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Sinne der Aufgabenteilung innerhalb des faschistischen Blocks wird in diesem Netzwerk die offen militante Rechte zum Beispiel von der NPD und dem Dritten Weg vertreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcberg\u00e4nge der verschiedenen Bereiche sind hier jedoch flie\u00dfend und sollten nicht als abgeschlossene Bereiche verstanden werden.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcrzlich erschien in der KONTEXT:Wochenzeitung ein Artikel \u00fcber Marcel Grauf, Philip Stein und Torben Braga, in dem mithilfe geleakter Chatprotokolle genau dies noch einmal verdeutlicht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass in allen genannten Organisationen Burschenschafter der Germania Marburg aktiv mitarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Um diese Verkn\u00fcpfung von Burschenschaftern in alle Bereiche der extremen Rechten zu belegen, haben wir noch einmal die <a href=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/?p=139\">Burschenschaft Germania<\/a> mit ihren neuen und alten Mitgliedern unter die Lupe genommen. In den letzten Jahren waren mehrere Ereignisse, die ein solches Netzwerk zeigen. Das aktuellste Ereignis dieser Art wollen wir im folgenden beschreiben, sowie die Rolle der aktiven und inaktiven Burschen der Germania Marburg innerhalb eines extrem rechten Netzwerkes herausarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Von den aktiven und inaktiven Burschen kommen wir zu den alten Herren der Germania Marburg, die den jungen Burschenschaftern in ihren extrem rechten Einstellungen in nichts nach stehen. Nicht nur die aktuelle Aktivengeneration der Germania ist ein Naziproblem, sondern die davor und die davor ebenfalls.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Kongress &#8222;Verteidiger Europas&#8220; als Beispiel der Vernetzung<\/h2>\n\n\n\n<p>Am 3.3.2018 traf sich in Aistersheim beim \u201eVerteidiger Europas\u201c Kongress das who-is-who der rechten Akteur_innen. Um die Verbindungen von Burschenschaftern in das extrem rechte Milieu zu illustrieren, lohnt sich ein genauerer Blick auf den \u201eVerteidiger Europa\u201c-Kongress in Aistersheim. Von der Neonazi-Postille Zuerst! \u00fcber den FP\u00d6-Politiker Mario Eustacchio und Pegida-Frontmann Lutz Bachmann bis zur Marburger Burschenschaft Germania, EinProzent und der Identit\u00e4ren Bewegung, waren fast alle versammelt, die in der \u201eneuen\u201c rechten Sammlungsbewegung eine Rolle spielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Tag lang wurde Aistersheim zum Messedorf f\u00fcr rechte Ideologen. Es wurden Vortr\u00e4ge gehalten und angeh\u00f6rt, sich vernetzt, um mediale Aufmerksamkeit gebuhlt und nebenbei Umsatz gemacht. Veranstaltungen wie in Aistersheim gab es in der letzten Jahren immer wieder. Beispiele sind die bisher zweimal veranstaltete Messe \u201eZwischentag\u201c (2013, 2015), das \u201eEurop\u00e4ische Forum\u201c in Linz (2017) ebenso wie die regelm\u00e4\u00dfigen Winter- und Sommer-Akademien vom IfS oder die Compact-Konferenz in Leipzig.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier kommt die Zusammenarbeit der verschiedenen rechten Kr\u00e4fte und die Rolle der Burschenschaften besonders zum Vorschein. Bemerkenswert am \u201eVerteidiger Europas\u201c-Kongress ist, dass er eine Forderung beinhaltet, die v\u00f6lkische Burschenschafter seit ihrer Gr\u00fcndung verfolgen: Die \u00dcberzeugung, dass es sich bei \u00d6sterreichern und Deutschen um eine zusammengeh\u00f6rige \u201eVolksgemeinschaft\u201c handele.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201eVerteidiger-Europas\u201c-Kongress, spricht ein \u00f6sterreichisches und deutsches Publikum an und auch die Redner_innen kommen aus genau diesen beiden L\u00e4ndern. Er\u00f6ffnet wurde der Kongress von Philip Stein (Germania Marburg, EinProzent) und Ulrich P\u00fcschel (InfoDirekt).<\/p>\n\n\n\n<p>Vorab angek\u00fcndigt wurden haupts\u00e4chlich \u00f6stereichische Referenten. Ausnahmen bildeten hier Andreas Lichert und Philip Stein. Auf dem Kongress sprachen dann au\u00dferdem noch Andr\u00e9 Poggenburg, Felix Menzel und Christoph Berndt, die aus Deutschland angereist waren. Bei den gelisteten Ausstellenden haben viele der Firmen oder Organisationen ihren Sitz in Deutschland. Bei den Ausstellern sind unter anderem EinProzent, die Zeitschrift Blaue Narzisse, Antaios und Jung Europa Verlag, Compact, Sezession und die Burschenschaft Germania Marburg angek\u00fcndigt worden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2018\/05\/ausstellerAusschnitt.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-532\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Als der Kongress am 3. M\u00e4rz statt fand, twittere der Kongress-Gast Lutz Bachmann stolz seine Eintrittskarte, auf welcher dieser als Mitglied von EinProzent gef\u00fchrt war. In der \u00d6ffentlichkeitsarbeit war Philip Stein ebenfalls darauf bedacht, ein enges Verh\u00e4ltnis seiner Organisation zu PEGIDA-Gr\u00fcnder Bachmann zu demonstrieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2018\/05\/eintrittskarteBachmann.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-534\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Hier wird eine bereits lange bestehende Kooperation vertieft, denn Stein trat bereits bei PEGIDA-Demonstrationen mit der Urburschenschaftsfahne auf, kommentierte in den vergangenen Jahren das Geschehen in Artikeln und trat im M\u00e4rz 2017 selbst als Redner auf, um seine Organisation EinProzent dort vorzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Andreas Lichert wurde als Referent eingeladen. Lichert (ausf\u00fchrlich in Lotta#68, Hell\/Brasch 2017), Gr\u00fcnder des IfS und Vertreter des v\u00f6lkischen Fl\u00fcgels innerhalb der hessischen AfD, unterst\u00fctze EinProzent mit Auftritten in deren Videos. Er unterzeichnete im Namen der Titurel-Stiftung den Mietvertrag mit Einprozent f\u00fcr das<a href=\"https:\/\/lsa-rechtsaussen.net\/ein-identitaeres-haus-fuer-die-kontrakultur-halle\/\"> Haus in der Adam-Kukoff-Stra\u00dfe<\/a> in Halle, in dem die \u00f6rtliche IB-Gruppe Kontrakultur Halle ein Hausprojekt sowie der AfD-Abgeordnete Tillschneider ein B\u00fcro betreibt. Am 23.Juni 2017 hielt Andreas Lichert auf dem Haus der Germania Marburg einen Vortrag und auch am JA-Landeskongress (29.04.2017) war er dort anwesend, obwohl er keinen Teil der JA-Hessen darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Burschenschaft Germania ist immer wieder bei verschiedenen rechten Events mit einem Stand vertreten. So war sie zum Beispiel auf dem Zwischentag 2013 mit einem eigenen Stand vertreten. Damals mit Tobias Sauer, Gr\u00fcndungsmitglied der AG Schwaben und Patrick Bass, auch als &#8222;Komplott&#8220; bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2018\/05\/bass-und-sauer-beim-Zwischentag2013.jpg\" alt=\"\" width=\"1294\" height=\"738\">links: Patrick Bass, mittig: Tobias Sauer<\/p>\n\n\n\n<p>2018 in Aistersheim betreute Heinrich Mahling den Stand der Burschenschaft Germania Marburg, wobei er ein Fuxenband dieser Verbindung trug. Mahling ist seit Ende des letzten Jahres offiziell Regionalleiter der IB-Hessen, nachdem sein Name durch antifaschistische Ver\u00f6ffentlichungen bekannt wurde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2018\/05\/Mahling-FuxGermania-176x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-536\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Zum Jahresanfang 2018 ver\u00f6ffentlichte er einen Text, in dem er schrieb: \u201eimmer mehr Menschen fassen Mut und nehmen Kontakt zum patriotischen Widerstandsmilieu auf, um sich bei der Identit\u00e4ren Bewegung, EinProzent, oder in der AfD zu engagieren. [\u2026] Ob auf der Stra\u00dfe, in den Parlamenten, in den Redaktionsstuben oder wo auch immer \u2013 lasst uns 2018 zum Jahr der Patrioten, zum Jahr der Reconquista machen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2018\/05\/hMahling-justizministerium.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-537\" width=\"175\" height=\"244\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Gegen Demokraten helfen nur Granaten&#8220; (Marcel Grauf)<\/h2>\n\n\n\n<p>Neben aktiven Burschen haben auch alte Herren in diesem Netzwerk eine extrem wichtige Funktion. Das Lebensbund-Prinzip der Burschschaften macht sie einerseits zu Finanziers der aktuellen Studenten, andererseits haben sie durch ihre berufliche Stellung die M\u00f6glichkeit, Bundesbr\u00fcdern lukrative Jobs zu verschaffen. Teil einer Burschenschaft ist man nicht nur w\u00e4hrend des Studiums, sondern sein Leben lang, wie das Lebensbundprinzip aussagt.<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle sollen nun vier Alte Herren der Germanen der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2018\/05\/BT-2012-21-175x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-538\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Marcel Grauf<\/strong> wohnt aktuell in Gro\u00dferlach im Rems-Murr-Kreis. Erarbeitet f\u00fcr Heiner Merz und Christina Baum als AfD-Mitarbeiter im Landtag Baden-W\u00fcrttemberg. Davor war der Alte Herr laut Eigenaussage Mitglied der NPD. Er schrieb er f\u00fcr die \u201eNeue Ordnung\u201c, eine extrem rechte Zeitung aus Graz.<\/p>\n\n\n\n<p>In k\u00fcrzlich <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/politik\/371\/sieg-heil-mit-smiley-5077.html\">geleakten Chatprotokollen<\/a> zeigt er seine offene Menschenverachtung. Er schrieb zum Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ich w\u00fcnsche mir so sehr einen B\u00fcrgerkrieg und Millionen Tote. Frauen, Kinder. Mir egal. Hauptsache es geht los. Insbesondere w\u00fcrde ich laut lachen, wenn sowas auf der Gegendemo passieren w\u00fcrde. Tote, Verkr\u00fcppelte. Es w\u00e4re so sch\u00f6n. Ich will auf Leichen pissen und auf Gr\u00e4bern tanzen. SIEG HEIL!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>auch aus seinem offenen Antisemitismus macht er keinen Hehl:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas ihm nicht passt, nennt er &#8222;Juderei&#8220;. &#8222;20 Judentaler&#8220; zahlt er f\u00fcr ein Zeitungs-Abonnement \u2013 Geldproblem? &#8222;Einfach nur die Juden besteuern -&gt; Problem (end)gel\u00f6st&#8220;.\u201c (Hunger 2018)<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Dialog mit seinem Bundesbruder Philips Stein sieht auch mal wie folgend aus:<\/p>\n\n\n\n<p>Philip Stein: &#8222;Wir landen bestimmt alle im Knast&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Marcel Grauf: &#8222;Solange wir bei der Verhaftung knietief im Blut stehen ist das ok&#8220;.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2018\/05\/benAUsgeschnitten.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-539\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ben Beressem<\/strong> schrieb als Student f\u00fcr die rechte Jugendzeitschrift Blaue Narzisse. Dar\u00fcber hinaus ist er Mitglied der Burschenschaftlichen Gemeinschaft, die seit 1956 den v\u00f6lkischen Fl\u00fcgel der DB organisiert und immer wieder Fl\u00fcgelk\u00e4mpfe innerhalb der DB provozierte. Nach dem endg\u00fcltigen Spaltungsprozess, in dem die vergleichsweise moderaten Burschenschaften aus der DB ausgetreten sind, hat die BG die Oberhand \u00fcber den Verband erreicht. Au\u00dferdem ist er Beisitzer der Friesen-Stiftung, der Landesstiftung der AfD Sachsen-Anhalt. Zur Zeit wohnt er in Magdeburg.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Robert Offermann<\/strong> ist ebenfalls Teil der Burschenschaftlichen Gemeinschaft. Er war wohl in der <em>Jungen Landmannschaft Ostpreu\u00dfen<\/em> organisiert (er selbst dementiert dies jedoch), jener Landsmannschaft, die regelm\u00e4\u00dfig die Naziaufm\u00e4rsche im Februar in Dresden anmeldete. Genau jene Naziaufm\u00e4rsche, f\u00fcr die Germanen-Burschen, unter anderem Philip Stein, 2014 Flyer in der Marburger Mensa verteilten und der 2010 von Bj\u00f6rn H\u00f6cke besucht wurde. Vor diesem Hintergrund ist es wenig verwunderlich, dass er in einer Kundendatenbank der extrem rechten Szene-Marke Thor Steinar auftaucht und auf Twitter Werbung f\u00fcr eine Buchpr\u00e4sentation seines Bundesbruders Philip Stein zu dem im Jungeuropa-Verlag erschienen Buch&nbsp; Dominique Venners, einem Mitglied der franz\u00f6sischen Terrororganisation \u201eOrganisation de l\u2019arm\u00e9e secr\u00e8te\u201c, kurz OAS, macht. Seine Br\u00f6tchen verdient Offermann als Pressesprecher der AfD Hamburg, nachdem er zun\u00e4chst bei der AfD in Aachen angestellt war.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Andreas Graudin<\/strong> arbeitet aktuell f\u00fcr die AfD in Sachsen Anhalt und ist stellvertretender Vorsitzender der Friesen-Stiftung. Graudin war auch schon vor seiner AfD-Zeit in der extrem rechten Partei \u201ePro Deutschland\u201c in Berlin parteipolitisch aktiv. Dort war er 2011 stellvertretender Vorsitzender, au\u00dferdem Vorsitzender des Kreisverbandes Steglitz-Zehlendorf und zeitweise Schriftf\u00fchrer. Ebenfalls eine zentrale Rolle hatte er im Studienzentrum Weikersheim, dort war er presserechtlicher Verantwortlicher des Internetauftritts, Ansprechpartner f\u00fcr Berlin und Beisitzer im Pr\u00e4sidium des SZW. Das CDU-nahe Studienzentrum Weikertsheim sieht sich selbst als christlich-liberale Denkfabrik, die regelm\u00e4\u00dfigen Besuche extrem rechter Referenten zeugen jedoch von einer Scharnierfunktion zwischen konservativer und extremer Rechter. Vielmehr l\u00e4sst sich das SZW als Treffpunkt von Rechtskonservativen und Neurechten charakterisieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Nicht erst am Beispiel des Verteidiger-Europas Kongresses l\u00e4sst sich die Vernetzung der Burschenschaft Germania Marburg beweisen. Mitorganisiert vom Germanen Philip Stein, der EinProzent-Initiative. Vertreten wurde sie durch den Fux und IB-Hessen Regionalsprecher Heinrich Mahling. Unterst\u00fctzung erhalten die Burschen unter anderem durch vier alte Herren, bei denen sich ebenfalls ein extrem rechtes Weltbild beweisen l\u00e4sst, w\u00e4hrend sie zeitgleich in der AfD arbeiten, die in der \u00d6ffentlichkeit weiterhin als \u201arechtspopulistisch\u2018 verharmlost wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Germanen versuchen eine extrem rechte Bewegung mit Hilfe ihres Netzwerks auf und aus zubauen. Personen aus ihren Reihen sitzen bei verschiedenen extrem rechten Organisationen in f\u00fchrenden Positionen. Dass Burschenschafter beispielsweise bei der AfD beliebte Mitarbeiter sind, ist keinen Wunder. Burschenschaften werben junge M\u00e4nner an und bauen diese zu rechten Kadern auf, die sich im Falle der Marburger Burschenschaft Germania \u00f6ffentlich eher selten offen auf den Nationalsozialismus beziehen. In den von der KONTEXT:Wochenzeitung ver\u00f6ffentlichten Ausschnitte von Chats zwischen Philipp Stein, Torben Braga und Marcel Grauf wird erneut offensichtlich, dass Germanen in ihren Positionen jedoch keinen Bruch mit der NS-Ideologie vollzogen haben. Das Lebensbundprinzip der Burschenschaftler erm\u00f6glicht ihnen bei ihren T\u00e4tigkeiten f\u00fcr Organisationen wie die AfD auf ein Netzwerk von Gleichgesinnten zur\u00fcck greifen zu k\u00f6nnen. So wird von Burschenschaftern der Germania Marburg der Rechtsruck der Gesellschaft vorbereitet und vorangetrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob Identit\u00e4re, Burschenschaften oder v\u00f6lkische AfD\u2018ler \u2013 Rechte Netzwerke \u00fcberall bek\u00e4mpfen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>25.05.2018 Wie schon in mehreren unserer Texte behandelt, dient die AfD f\u00fcr viele Burschenschafter als politisches Bet\u00e4tigungsfeld. Doch nicht nur die AfD ist als ein Solches zu benennen, sondern es k\u00f6nnen weitere Organisationen ausgemacht werden, die f\u00fcr Burschenschafter \u00e4hnliche M\u00f6glichkeiten bieten. Um die aktuelle extreme Rechte richtig erfassen zu k\u00f6nnen, muss diese als Netzwerk verstanden werden. Als Hauptakteure sind hier, neben der AfD, die Identit\u00e4re Bewegung, das Institut f\u00fcr Staatspolitik mit der Einprozent-Initiative, PEGIDA und die neonazistische Rechte zu nennen. Alle diese Organisationen oder Gruppierungen erf\u00fcllen unterschiedliche Funktionen und sprechen hierbei innerhalb des rechten Spektrums verschiedene Personengruppen an. Wo die Identit\u00e4re Bewegung eine v\u00f6lkische Jugendbewegung sein m\u00f6chte, die von jungen Rechten gestemmt wird und diese ansprechen soll, ist PEGIDA eher von \u00e4lteren Leuten dominiert, die aus dem sogenannten Mittelstand kommen. Bei der IB wird vor allem \u00fcber Medien und Inszenierung ein Bild gezeichnet, bei PEGIDA sind es dagegen Demonstrationen, die regelm\u00e4\u00dfig stattfinden. Die Einen wollen eine patriotische junge Elite darstellen, die Anderen das \u201eVolk\u201c repr\u00e4sentieren. EinProzent ist der Geldgeber in verschiedenste Richtungen, f\u00fcr AfD, PEGIDA, IB und andere rechte Projekte. Das IFS soll der rechte \u201eThinktank\u201c sein, der zur patriotischen Revolution das passende Gedankengut beisteuern soll. 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