{"id":1119,"date":"2026-03-06T14:07:48","date_gmt":"2026-03-06T13:07:48","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/?p=1119"},"modified":"2026-03-06T18:58:58","modified_gmt":"2026-03-06T17:58:58","slug":"wir-werden-sie-jagen-ehemalige-marburger-konservative-und-der-weg-der-afd-zur-offenen-faschistischen-partei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/?p=1119","title":{"rendered":"\u201eWir werden sie Jagen!\u201c &#8211; ehemalige Marburger Konservative und der Weg der AfD zur offenen faschistischen Partei"},"content":{"rendered":"\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"#einleitung\">Einleitung<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#s\u00e4ulen\">Drei S\u00e4ulen<\/a><br>a) <a href=\"#milit\u00e4r\">Milit\u00e4r<\/a><br>b) <a href=\"#universit\u00e4t\">Universit\u00e4t<\/a><br>    <a href=\"#taten\">Den Worten folgen Taten<\/a><br>c) <a href=\"#land\">Auf dem Land<\/a><br>    <a href=\"#jugends\u00fcnde\">Die &#8218;Jugends\u00fcnde&#8216;<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#fazit\">Fazit<\/a><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p><em>Der vorliegende Artikel anl\u00e4sslich der Kommunalwahl 2026 soll einen Beitrag in der emanzipatorischen Auseinandersetzung mit der AfD leisten. Der Text erl\u00e4utert Schnittmengen, Verbindungen und \u00dcberl\u00e4ufer zwischen Marburger Konservativen und der AfD. Dies geschieht anhand von drei S\u00e4ulen. Nach einer Einleitung werden die beiden S\u00e4ulen Milit\u00e4r und Universit\u00e4t analysiert, au\u00dferdem wird ein Blick auf antisemitische Kontinuit\u00e4ten im Landkreis Marburg-Biedenkopf geworfen und ein Fazit gezogen.<\/em><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\" id=\"einleitung\">1. Einleitung<\/p>\n\n\n\n<p>Die AfD f\u00fcllt ihre Reihen vermehrt mit offenen FaschistInnen. Teilweise mit universit\u00e4rem Bezug, teilweise aus der Provinz. Diese Mischung ist grunds\u00e4tzlich nicht neu, aber genau deswegen gef\u00e4hrlich, wie die folgende historische Betrachtung der extremen Rechten im Landkreis Marburg Biedenkopf aufzeigt. Die Analyse wird anhand von drei S\u00e4ulen aufgestellt: Universit\u00e4t, Milit\u00e4r und Landbev\u00f6lkerung. Dabei entsteht eine brisante Mischung, wie sich beispielsweise bei einem Angriff auf zwei Gegendemonstrantinnen Ende November 2025 in Gie\u00dfen durch AfD Anh\u00e4nger zeigte. Angreifer auf der Anreise zur Gr\u00fcndungsveranstaltung der neuen AfD Jugendorganisation war u.A. AfD-MdB <strong>Julian Schmidt.<\/strong> <strong>Schmidt<\/strong> ist der Spitzenkandidat der AfD Marburg-Biedenkopf f\u00fcr den Kreistag bei der anstehenden Wahl und f\u00fchrt die Partei lokal in Clan Manier mit Hilfe mehrere Familienmitglieder an. Die Gewalttat in Gie\u00dfen ist die praktische Umsetzung der bekannten \u201eWir werden sie Jagen!\u201c-Worte von Alexander Gauland, dem Ehrenvorsitzenden der AfD.<\/p>\n\n\n\n<p>In den 1960er Jahren studierte Gauland in Marburg. Damals war er beim RCDS (Ring Christlich Demokratischer Studenten) aktiv, in den folgenden Jahren auch u.a. als Staatssekret\u00e4r bei der CDU, bis er 2013 schlie\u00dflich zur AfD wechselte. Mit Aussagen wie: <em>&#8222;Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in<br>\u00fcber 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte&#8220;<\/em>, sendet Gauland ein klares Signal an extrem rechte Kreise. Durch die Wahlerfolge und Parolen der AfD erlangen militante FaschistInnen in und um die Partei in ihren Augen immer mehr Legitimation, loszuschlagen. Auch wenn sich die AfD andauernd als Opfer darstellt, gehen ihre Anh\u00e4ngerInnen immer wieder offen mit Gewalt gegen Gegner_innen vor. Ihr prominentestes Opfer, Walter L\u00fcbcke, war ebenso bei der CDU wie einst Gauland. 2019 wurde L\u00fcbcke von einem Neonazi und AfD-Unterst\u00fctzer ermordet. Kein rechter Mord kommt aus dem Nichts. Faschistische Strukturen sozialisieren ihre Mitglieder im Sinne ihres Weltbilds, welches den gegenseitigen Kampf als Naturgesetz annimmt und keine andere Option zu l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"980\" src=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/giessen-1024x980.png\" alt=\"Festsetzung Schmidt und Schmittberger (v.l.) in Gie\u00dfen 29.11.2025\" class=\"wp-image-1131\" style=\"aspect-ratio:1.044906051112823;width:340px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/giessen-1024x980.png 1024w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/giessen-300x287.png 300w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/giessen-768x735.png 768w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/giessen-1536x1470.png 1536w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/giessen.png 1684w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Festsetzung Schmidt und Schmittberger (v.l.) in Gie\u00dfen 29.11.2025<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Auch am 29.11.2025 kam es in Gie\u00dfen am Rande der Gr\u00fcndung der \u201eGeneration Deutschland\u201c zur Gewalt zwischen Demonstrant_innen und AfD Anh\u00e4ngerInnen. Im Anschluss wurden mehrere Personen der AfD von der Polizei festgesetzt und einer Personenkontrolle unterzogen. Ein kurzer Videoausschnitt der Auseinandersetzung erreichte eine hohe mediale Aufmerksamkeit und schnell schien klar: Die AfD\u2019ler um den Bundestagsabgeordneten <strong>Julian Schmidt<\/strong> seien angegriffen worden und die Eskalation ginge von den Linken aus. In dieses Horn blies die gesamte sogenannte b\u00fcrgerliche Mitte von Blaulicht Marburg und Oberhessischer Presse bis hin zur Zeit. Entsprechend positionierten sich die lokalen Verb\u00e4nde von SPD, Gr\u00fcnen und Freien W\u00e4hlern und verurteilten den angeblichen Angriff \u201aaufs Sch\u00e4rfste\u2019.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"583\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Insta-583x1024.jpg\" alt=\"Instagram-Story Julian\nSchmidt: Auf in den Kampf\" class=\"wp-image-1110\" style=\"width:227px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Insta-583x1024.jpg 583w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Insta-171x300.jpg 171w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Insta-768x1349.jpg 768w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Insta-874x1536.jpg 874w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Insta.jpg 945w\" sizes=\"auto, (max-width: 583px) 100vw, 583px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Instagram-Story Julian<br>Schmidt: Auf in den Kampf<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich lief die Situation anders ab, wie die <a href=\"https:\/\/taz.de\/Pruegelei-beim-AfD-Treffen-in-Giessen\/!6139896\/\">taz berichtet<\/a>. Sechs Personen der AfD traten sehr aggressiv auf und \u00fcbten unmittelbar Gewalt gegen Gegendemonstrantinnen aus. Insbesondere das Marburger AfD-Vorstandsmitglied <strong>Nick Schmittberger<\/strong>, Kandidat der AfD Marburg-Biedenkopf f\u00fcr die Stadtverordnetenversammlung (Listenplatz 3) und Kreistag (Listenplatz 6), ging gewaltsam gegen eine Demonstrantin vor, die nach einem Kniesto\u00df und einem Ellenbogenschlag st\u00fcrzte und ihr Fahrrad fallen lie\u00df. Auch Julian Schmidt \u00fcbte Gewalt gegen eine junge Frau aus. Erst als Menschen zur Hilfe eilen, setzt das selbst zugeschnittene und online verbreitete Video ein. Dennoch wird sichtbar, dass die AfD-Anh\u00e4nger keine Opfer sind, sondern weiter offensiv Gewalt aus\u00fcben: Aggressiv versucht der ehemalige<br>Bundeswehrsoldat <strong>Julian Schmidt <\/strong>mit seiner rechten Faust in Richtung des Kopfes eines Linken zu schlagen. Ihm misslingt dieses Vorhaben, <strong>Nick Schmittberger<\/strong> jedoch verletzt mit einem harten,<br>gezielten Schlag einen Demonstranten schwer im Gesicht. Als immer mehr Gegendemonstrant_innen dazu kommen, zieht sich die AfD-Gruppe zur\u00fcck, die hinzueilende Polizei bringt die Situation unter Kontrolle und setzt drei AfD\u2019ler fest. Im Nachgang spricht Julian Schmidt in einem Facebook-Video von einer \u201eAuseinandersetzung\u201c und davon, dass er seine Schlagtechnik verbessern m\u00fcsse. Seine Gewaltbereitschaft belegt auch eine Insta-Story, die er am fr\u00fchen Morgen postete und sp\u00e4ter wieder l\u00f6schte. Ein Foto von seinem morgendlichen Kaffee unterlegte er mit dem Aufruf <em><a href=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/?p=1080\">\u201eAuf in den Kampf!\u201c<\/a><\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber weder das Vorgehen, noch die Personenkreise, aus denen sich das faschistische Potential vor Ort rekrutiert, sind neu.<br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\" id=\"s\u00e4ulen\">2. Drei S\u00e4ulen<\/p>\n\n\n\n<p>Alexander Gaulands Weg von der CDU zur AfD ist kein Einzelfall. Nicht wenige ehemalige Konservative mit einem Marburg Bezug tummeln sich heute in den Reihen der AfD. Ebenso das seit eh und je mit ihnen verwobene Studentenverbindungsmilieu, speziell die Naziburschenschaften aus der \u201eDeutschen Burschenschaft\u201c (DB), die sich durch ihr offen geteiltes, v\u00f6lkisches Verst\u00e4ndnis von den anderen unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadtgesellschaft in Marburg setzt sich historisch zentral aus zwei S\u00e4ulen zusammen. Neben der Universit\u00e4t war der Milit\u00e4rstandort Marburg bis Mitte der 1990er Jahre von gro\u00dfer Relevanz. Studentenverbindungen sind die zentrale Schnittstelle beider S\u00e4ulen. \u00dcber das Stadtgebiet hinaus wird die durch die Arbeit in der Landwirtschaft gepr\u00e4gte Bev\u00f6lkerung als dritte S\u00e4ule analysiert. Gerade f\u00fcr diese Gruppe haben sich die Lebens- und Erwerbsbedingungen in den letzten hundert Jahren stark ge\u00e4ndert, wobei die extreme Rechte inhaltlich zum Teil \u00e4hnlich ansetzt, wie wir aufzeigen wollen.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-medium-font-size\" id=\"milit\u00e4r\">a) Milit\u00e4r<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Eine der konkreten Organisationen, in der Konservative und extreme Rechte im Militarismus vereint<br>waren, war die \u201eF\u00f6rdergemeinschaft f\u00fcr Soldatenverb\u00e4nde\u201c (FfS). Dort waren Personen aus CDU, Naziburschenschafter, Republikaner, NPD (heute Die Heimat) und andere zusammen organisiert. Die Strukturen sind neben soldatischer M\u00e4nnlichkeit von Antisemitismus und Antikommunismus gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Matthias Pozzi<\/strong> und <strong>Klaus J\u00fcrgen B\u00f6ckler<\/strong> sind zwei AfD-Kandidaten, die aus diesen Kontexten stammen und zudem lange Jahre bei der CDU politisch aktiv waren. <strong>Pozzi<\/strong> kandidiert f\u00fcr die Stadtverordnetenversammlung auf Listenplatz 1 und f\u00fcr den Kreistag auf Listenplatz 2, <strong>B\u00f6ckler<\/strong> auf Listenplatz 8 f\u00fcr die Stadtverordnetenversammlung und auf Listenplatz 19 f\u00fcr den Kreistag.<br>Seit Jahrzehnten kennen sie sich z.B. aus der FfS und deren Nachfolgeorganisation<br>der \u201eKameradschaft Marburger J\u00e4ger 2 Panzergrenadierdivision\u201c(KMJ). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Beide Organisationen beziehen sich auf die \u201eTradition\u201c des in Marburg stationierten J\u00e4ger-Bataillons Nr. 11, an die die SA-Standarte \u201eJ\u00e4ger 11\u201c ankn\u00fcpfte. Am 26. August 1933 gingen diese beispielsweise gegen den j\u00fcdischen Medizinstudent Jakob Spier vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>\u201eSie (\u2026), dr\u00fcckt ihm ein gro\u00dfes Schild in die Hand, mit dem er das, was in den Augen<br>der Nazis als sein \u201aVerbrechen\u2018 anzuprangern ist, allen mitteilen soll: \u201aIch habe ein Christenm\u00e4dchen gesch\u00e4ndet!\u2018 Um die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zu lenken, hat sie au\u00dferdem den SA-Spielmannszug mitgebracht.\u201c<br>25.08.2014 Oberhessische Presse<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"974\" height=\"647\" src=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/SpierJakobFOTOStAMR.jpg\" alt=\"Tatort Rudolphsplatz: Der j\u00fcdische Medizinstudent Jakob Spier wird von der SA und von Marburger B\u00fcrgerInnen durch die Stadt getrieben.\" class=\"wp-image-1134\" srcset=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/SpierJakobFOTOStAMR.jpg 974w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/SpierJakobFOTOStAMR-300x199.jpg 300w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/SpierJakobFOTOStAMR-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 974px) 100vw, 974px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Tatort Rudolphsplatz: Der j\u00fcdische Medizinstudent Jakob Spier wird von der SA und von Marburger B\u00fcrgerInnen durch die Stadt getrieben.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Klaus J\u00fcrgen B\u00f6ckler<\/strong> wurde 2000 erster Vorsitzender der FfS, <strong>Matthias Pozzi<\/strong> Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. 2013 hatten sie dann die Posten des ersten und zweiten Vorsitzenden in der KMJ inne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Das FfS beschreibt sich selbst in ihrem Flugblatt \u201eDie Wahrheit\u201c wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>&#8222;Wir sind k\u00e4mpferische Demokraten, die sich noch f\u00fcr unser deutsches Volk und Vaterland einsetzen. Die ein Europa der Vaterl\u00e4nder, ein Europa der V\u00f6lker wollen; in dem jedes Volk seinem Wesen entsprechend, leben kann.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Die Vorstellung von \u201eV\u00f6lker(n)\u201c, die ihrem \u201eWesen\u201c nach in ihren \u201eVaterl\u00e4ndern\u201c leben sollen, offenbart ein v\u00f6lkisches Denken und eine Blut und Boden Ideologie, die immer mit Rassismus einhergeht. In die Zeit der Vorstandschaft von <strong>B\u00f6ckler<\/strong> fiel auch die Einladung an Wolfgang Juchem, einem revisionistischen Antisemiten, der zeitweise in der NPD aktiv war. Am 09.08.2001 sollte er einen Vortrag in den R\u00e4umen der \u201eBurschenschaft Teutonia-Germania\u201c (damals DB) abhalten, zu dem das Ffs eingeladen hatte. Die Marburger CDU stellte <strong>Klaus J\u00fcrgen B\u00f6ckler<\/strong> davor wie danach auf verschiedensten Listen auf. Zum Beispiel bei der Kommunalwahl 2021 f\u00fcr die CDU auf Platz 44 f\u00fcr die Stadtverordnetenversammlung. Er war zentrale Figur der \u201eSenioren Union\u201c in Marburg. Im Fr\u00fchjahr 2024 wurde <strong>B\u00f6ckler<\/strong> stellvertretender Landesvorsitzender der \u201eWerteUnion\u201c in Hessen, um sich dann 2025 der AfD zu zuwenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Dort ist der ehemalige Berufsoffizier in bester Gesellschaft. Vorsitzender der AfD Marburg-Biedenkopf ist <strong>Julian Schmidt<\/strong>, ehemaliger Zeitsoldat, der den <em>\u201eganz gro\u00dfe[n] Teil der Wehrmacht nicht als T\u00e4ter, sondern Opfer\u201c<\/em> der Nazis sieht und zudem fordert, diesen genauso zu gedenken wie <em>\u201eallen anderen Opfern der Naziherrschaft\u201c <\/em>(in einem offenen Brief an Ursula von der Leyen). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Auch in ihrem Hass auf Linke sind sich die beiden einig. <strong>Julian Schmidt<\/strong> teilte am 19.11.2025 ein Mobilisierungsvideo zu den Protesten gegen die Gr\u00fcndung der \u201eGeneration Deutschland\u201c des \u201eOffenen Antifa Treffen Marburg\u201c und schrieb dazu:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>\u201eDie Marburger \u201aAktivisten\u2018 f\u00fcr Vielfalt, Demokratie und Selbstbestimmung laufen sich schon mal f\u00fcr \u201afriedliche\u2018 Proteste gegen die Gr\u00fcndungsveranstaltung unserer Jugendorganisation warm. [\u2026] Ich freue mich schon auf die vielen konstruktiven und offenen Diskussionen beim Gang zur Messehalle&#8220; <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">In Kombination mit seiner sp\u00e4ter gel\u00f6schten Instagram-Story <em>\u201eAuf in den Kampf\u201c<\/em> vom fr\u00fchen Morgen der Gr\u00fcndungsveranstaltung liegt der Verdacht nahe, dass er und seine Begleiter aktiv Gewalt gesucht haben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Klaus J\u00fcrgen B\u00f6ckler<\/strong> warnt vor <em>\u201eder Antifa\u201c<\/em> oder verortet <em>\u201edas linke Marburger Milieu\u201c<\/em> politisch wiederholt in der N\u00e4he Russlands. Sein Denken ist dabei offensichtlich noch immer in der Blockkonfrontation nach 1945 gepr\u00e4gt, wie zwei Beispiele zeigen: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Beispiel 1: <em>\u201eWarum konnte sich das russische Agentenpaar gerade in Marburg so sicher f\u00fchlen\u201c Welche Unterst\u00fctzung erfuhr es durch das linke Marburger Milieu!\u201c <\/em>&#8211; 25.5.2013 Oberhessische Presse<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Beispiel 2: <em>\u201eDas Ende der Sowjetunion war f\u00fcr den ehemaligen KGB- Oberstleutnant eine schmerzhafte Dem\u00fctigung, die nur durch Wiederherstellen der alten Gr\u00f6\u00dfe \u00fcberwunden werden kann. Wie weit die Ausdehnung in Richtung Westen erfolgen kann, entscheidet die Widerstandskraft der westlichen L\u00e4nder. Die derzeitigen Nadelstiche gegen Westeuropa verhei\u00dfen nichts Gutes, denn Putin erkl\u00e4rt die Bereitschaft zu einem Krieg gegen EU-Staaten. Die Traumt\u00e4nzerinnen und Traumt\u00e4nzer sowie die Antifa im Westen werden ihm dabei helfen.\u201c <\/em>&#8211; 13.12.2025 Oberhessische Presse <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">In der Frage zur Bewertung von Russland ist die AfD Marburg-Biedenkopf gespalten. Neben <strong>B\u00f6ckler<\/strong> gibt es auch Personen wie <strong>Michael Franke<\/strong> (Listenplatz 2 f\u00fcr die Stadtverordnetenversammlung und Listenplatz 7 f\u00fcr den Kreistag) oder <strong>Kelly Emilie-Fink <\/strong>(Listenplatz 12 f\u00fcr die Stadtverordnetenversammlung und Listenplatz 33 f\u00fcr den Kreistag), die offen einem pro-russischem Lager angeh\u00f6ren. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Michael Franke: <em>\u201eIst es Nicht so , dass die USA eigentlich nicht auch \u00f6fter mal einen Angriffskrieg gef\u00fchrt hat? Sogar die NATO diese Friedliebende Organisation hat dies auch schon gemacht.\u201c<\/em> (Facebook) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Kelly Emilie-Fink: <em>\u201eRussland ist der B\u00f6sewicht\u201c, \u201eIsrael ist unschuldig\u201c, \u201eDie aktuelle Regierung in Deutschland ist toll\u201c, \u201eIch besch\u00e4ftigte mich nicht mit Politik, interessiert mich nicht.\u201c <\/em>(TikTok) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Auch wenn sich die AfD in ihrer Position in Bezug auf das russische Regime uneinig ist, sind sie in ihrem Antisemitismus vereint: Das zeigen neben der Veranstaltungen mit dem Antisemiten Wolfgang Juchem, auch die ironischen Aussagen von <strong>Kelly Emilie-Fink<\/strong> oder von <strong>Michael Franke:<\/strong> <em>\u201eIch wei\u00df immer noch nicht die Abk\u00fcrzung von Nazi! Vielleicht Nationaler Zionist?\u201c<\/em> (Facebook).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Sowohl im transatlantischen als auch im prorussischen Teil der AfD sind militaristische und antisemitische Vorstellungen weit verbreitet. Eine Friedenspartei ist die AfD offensichtlich nicht, im Gegenteil: eine Stimme f\u00fcr die AfD ist immer eine Stimme f\u00fcr den Militarismus, auch wenn Uneinigkeit dar\u00fcber herrscht, woher die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung ausgeht. <br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-medium-font-size\" id=\"universit\u00e4t\">b) Universit\u00e4t <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Die zweite gesellschaftliche S\u00e4ule der Stadt Marburg ist die Philipps- Universit\u00e4t. Seit jeher ist die Universit\u00e4t in der politischen Rechten relevant und stark von Studentenverbindungen gepr\u00e4gt. Historisch gesehen ist der Kapp Putsch 1920 ein Beispiel f\u00fcr das Zusammenwirken von Milit\u00e4r und Studentenverbindungen. Hier hatten sich weite Teile der Studentenverbindungen mit Hilfe der Reichswehr bewaffnet und einen Plan f\u00fcr die Besetzung Marburgs ausgearbeitet. Nach dem Zusammenbruch des Putsches durch einen Generalstreik schickte die Reichsregierung, unter Beteiligung der SPD, das sogenannte &#8222;Studentenkorps Marburg\u201c, nach Th\u00fcringen, um gegen Streikende vorzugehen. Das Kommando bestand aus einer Mischung von Korporierten in Zusammenarbeit mit der Reichswehr, die kurz zuvor noch gemeinsam versucht hatten, die Weimarer Republik zu st\u00fcrzen. Bei Mechterst\u00e4dt erschossen sie 15 Arbeiter. Die Leichen der Arbeiter wiesen Verletzungen auf, die durch Nahsch\u00fcsse in den Hinterkopf oder Nacken zugef\u00fcgt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Auch 70 Jahre sp\u00e4ter agierten Konservative bis extreme rechte Akteure gemeinsam. 1997 demonstrierten sie gegen die Wehrmachtsausstellung in Marburg, die sie als linken Angriff auf ihr Geschichtsbild verstanden. Auf verschiedene Weise agitierten und agierten NPD, Republikaner, CDU, FfS, Neonazi Kameradschaften und Burschenschafter gegen die Ausstellung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Bis heute hat sich an der Zusammenarbeit wenig ge\u00e4ndert, bei manchen Akteuren lediglich das Parteibuch. Auch aktuell mischen bei der AfD Marburg- Biedenkopf Personen mit, die entweder Mitglieder von Marburger DB Naziburschenschaften sind oder dort ihre politische Sozialisation erfahren haben. Sie sind beispielsweise Listen-Kandidaten f\u00fcr Wahlen, Redner oder Funktion\u00e4re: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Johannes H\u00fchn<\/strong> (Stadtverordnetenversammlung Listenplatz 16, Kreistags Listenplatz 40) war in seiner Studienzeit bei der \u201eBurschenschaft Normannia- Leipzig zu Marburg\u201c (DB) aktiv und wurde in diesem Kontext bereits 1994 in einem Flugblatt in der Marburger Mensa als \u201eFascho-Bursche\u201c und \u201eNationalist im zivilgesellschaftlichen Schafspelz\u201c bezeichnet. Zivilgesellschaftlich deshalb, weil er ab 1991 drei Jahre lang Vorsitzender des RCDS war. CDU- Parteimitglied war er ab 1987 und sa\u00df Ende der 1990er Jahre bereits f\u00fcr sie in der Stadtverordnetenversammlung. In sozialen Medien l\u00e4sst <strong>H\u00fchn<\/strong> auch noch 2020 verlauten: <em>\u201eNormannia tritt niemand wegen eines preiswerten Zimmers bei \u2026. sondern aus \u00dcberzeugung!!!\u201c <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"549\" height=\"542\" src=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/ziller.jpg\" alt=\"Ziller (2. v.l.) 2024 beim \u00f6ffentlich Appell auf dem Theaterplatz in Dresden bei der Beendigung seine Offiziersschule.\" class=\"wp-image-1138\" style=\"aspect-ratio:1.0129096632686692;width:326px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/ziller.jpg 549w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/ziller-300x296.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 549px) 100vw, 549px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ziller (2. v.l.) 2024 beim \u00f6ffentlich Appell auf dem Theaterplatz in Dresden bei der Beendigung seine Offiziersschule.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Paul Ziller<\/strong> (Listenplatz 6 f\u00fcr die Stadtverordnetenversammlung und Listenplatz 12 f\u00fcr den Kreistag) aus Sachsen-Anhalt ist erst vergleichsweise kurz in Marburg. 2024 trat er zum ersten Mal \u00f6ffentlich in der extremen Rechten in Erscheinung, in Dessau war er in der Jungen Alternative aktiv und hat f\u00fcr diese regelm\u00e4\u00dfig fotografiert. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Im Sommer 2024 nahm er an Feierlichkeiten zu zehn Jahren Identit\u00e4re teil, im Februar 2025 hat er in Dessau eine Podiumsdiskussion von christlichen Pfadfindern gest\u00f6rt, indem er sich dort ungefragt aufs Podium setzen wollte. Au\u00dferdem war Ziller bereits Gast in Schnellroda bei den \u201eStudientagen\u201c des \u201eInstitut f\u00fcr Staatspolitik\u201c Ende Januar Wie Andere wurde auch Ziller milit\u00e4risch von der Bundeswehr ausgebildet. Genau ein Jahr vor der St\u00f6rung, im Februar 2024, beendete er seine Offiziersschule. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Auch in Marburg macht er Propagandafotos f\u00fcr die AfD, die Bilder der Aufstellungsversammlung sind mit seinem Urheberrecht gekennzeichnet. Die Gr\u00fcndungsveranstaltung der neuen AfD-Jugend in Gie\u00dfen hat er nicht mit der Schl\u00e4gerbande rund um Julian Schmidt besucht, sondern mit einer Gruppe der \u201eMarburger Burschenschaft Germania\u201c (DB), zu denen er offensichtlich eine N\u00e4he besitzt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Jonathan G\u00f6tzl <\/strong>ist Mitglied und war 2025 Schriftwart der \u201eMarburger Burschenschaft Germania\u201c. Er studiert Politikwissenschaften an der Philipps- Universit\u00e4t Marburg. Er tauchte 2024 und 2025 bei den Burschentagen in Eisenach, sowie bei einer Wanderung der Jungen Alternative (JA) Hessen und zuletzt bei der Gr\u00fcndung der neuen AfD Jugendorganisation \u201eGeneration Deutschland\u201c Ende November 2025 in Gie\u00dfen auf. <strong>G\u00f6tzl<\/strong> kandidiert f\u00fcr die AfD f\u00fcr die Stadtverordnetenversammlung auf Listenplatz 5 und f\u00fcr den Kreistag auf Listenplatz 8. Au\u00dferdem ist er als Beisitzer im Vorstand der AfD Marburg-Biedenkopf. Ende 2025 veranstaltete die \u201eMarburger Burschenschaft Germania\u201c einen Vortrag mit Thor von Waldstein \u00fcber \u201edie Zerst\u00f6rung\u201c des \u201eeurop\u00e4ischen Volksrechts\u201c. Waldstein war Vorsitzender des NPD- Hochschulverbandes \u201eNationaldemokratischer Hochschulbund\u201c, au\u00dferdem Referent und Autor im extrem rechten Spektrum zum Beispiel bei der \u201eGesellschaft f\u00fcr Freie Publizistik\u201c und der Zeitschrift \u201eStaatsbriefe\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Zum Sommerfest 2025 der AfD Marburg-Biedenkopf im Dorfgemeinschaftshaus Kernbach lud der Kreisverband den AfD- Bundestagsabgeordneten Christian Zaum von der \u201eMarburger Burschenschaft Rheinfranken\u201c (DB) als Redner ein. Im Jahr 2016 sorgte dieser f\u00fcr einen Eklat, als er eine Abschlussklasse f\u00fcr eine Party in das Verbindungshaus seiner Burschenschaft einlud. Zaum ist seit 1997 mit einer kurzen Unterbrechung Mitglied der Rheinfranken und wird auch in der 2000\/2001 verfassten antisemitischen und revisionistischen Textsammlung \u201eFuxenkladde\u201c als Mitautor namentlich erw\u00e4hnt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Die Naziburschenschaften der \u201eDeutschen Burschenschaft\u201c besetzen zum Teil gezielt Postionen in der AfD. Die Partei bietet ihnen Jobs und durch ihre Anh\u00e4ngerInnen eine breite Masse, die nach dem elit\u00e4ren Selbstverst\u00e4ndnis der Burschen gef\u00fchrt werden will. Im Umkehrschluss stellen sie der AfD gewachsene Netzwerke und ausgebildete Kader zur Verf\u00fcgung. Dabei ist den lokalen AfD Funktion\u00e4ren bewusst mit wem sie da Politik machen. Noch 2024 schrieb Nick Schmittberger in der \u201eKartellzeitung\u201c des \u201eViolett-Gr\u00fcnen Kartells\u201c von u.A. seiner damaligen \u201eBurschenschaft Alemannia Marburg\u201c: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>\u201eManche Germanen erschienen mir stark ideologisiert, inad\u00e4quat und fehlgeleitet zu sein.\u201c<\/em><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\" id=\"taten\"><strong>Den Worten folgen Taten <\/strong><br>In der rechten Szenen wird die AfD Jugend nicht ohne Grund auch \u201eH\u00f6cke Jugend\u201c genannt. Die enge Verbindung zwischen dem Faschisten Bj\u00f6rn H\u00f6cke, der auch in Gie\u00dfen und Marburg studierte, und der AfD Brille), Jugendorganisation besteht weiter. Auch aktive Mitglieder der Naziburschenschaft Germania Marburg waren bei der Gr\u00fcndung mit von der Partie. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"492\" src=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/390-e1772800906829-1024x492.jpg\" alt=\"Zwei Nazi-Germanen und ihre Freunde: Ziller (mit Brille), G\u00f6tzl (im Profil), Pott (2ter von rechts) und unbekannt (rechts) \" class=\"wp-image-1129\" srcset=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/390-e1772800906829-1024x492.jpg 1024w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/390-e1772800906829-300x144.jpg 300w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/390-e1772800906829-768x369.jpg 768w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/390-e1772800906829-1536x738.jpg 1536w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/390-e1772800906829.jpg 1732w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zwei Nazi-Germanen und ihre Freunde: Ziller (mit Brille), G\u00f6tzl (im Profil), Pott (2ter von rechts) und unbekannt (rechts)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/stadtlandvolk.noblogs.org\/files\/2017\/05\/12.-mit-diesem-wird-die-gruppe-kurz-darauf-attackiert.jpg\" alt=\"\" style=\"aspect-ratio:1.4938211886570887;width:405px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bewaffneter Angriff von Naziburschen und AfD-Funktion\u00e4ren auf Fotograf_innen am 30.04.2017<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Bereits in der \u201eJungen Alternative Hessen\u201c brachten sich die Marburger Naziburschenschaften mit Personal, teils mit Gewalt ein. Als Beispiel dient daf\u00fcr der Angriff vom 30.4.2017, als sie Fotograf_innen, die ein Treffen der JA Hessen auf dem Haus der \u201eMarburger Burschenschaft Germania\u201c dokumentierten, mit Pfefferspray und Schlagst\u00f6cken mehrfach attackierten. Damals wie heute wird aus ihren Reihen mit der Beteiligung an weiteren rechten Organisationen der Versuch unternommen, aus ihrer lokalen politischen Isolation zu durchbrechen. Wie 2017 kam es auch 2025 in Gie\u00dfen im Kontext von AfD-Jugendorganisationen zu Gewalt gegen Antifaschist_innen. Neben den bereits behandelten <strong>Julian Schmidt<\/strong> und <strong>Nick Schmittberger<\/strong> waren weitere Kandidaten f\u00fcr die Kommunalwahl der AfD Marburg-Biedenkopf an dem Angriff in Gie\u00dfen beteiligt: <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"285\" height=\"380\" src=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Unbekanter-links-hinten.jpg\" alt=\"Teil der Angreifer aus Gie\u00dfen: Im Vordergrund Julian Schmidt, im Hintergrund &quot;T\u00e4ter unbekannt&quot;\" class=\"wp-image-1136\" srcset=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Unbekanter-links-hinten.jpg 285w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Unbekanter-links-hinten-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 285px) 100vw, 285px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Teil der Angreifer aus Gie\u00dfen: Im Vordergrund Julian Schmidt, im Hintergrund &#8222;T\u00e4ter unbekannt&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Einer davon ist <strong>Felix Prei\u00dfler<\/strong> aus Gladenbach auf Kreistagslistenplatz 31. Auf seinem Instagram Profil war in den Tagen nach dem Angriff der Neonazi Code \u201e1161\u201c zu lesen. Die Chiffre steht f\u00fcr \u201eAnti Antifa\u201c. F\u00fcr das Video, das sp\u00e4ter suggestiv geschnitten den Eindruck erwecken sollte, dass die AfD Anh\u00e4nger angegriffen wurden, war <strong>Jannis Manderbach<\/strong> aus Bad Endbach auf Kreistagslistenplatz 24 verantwortlich. Mit <strong>Tobias Sommavilla<\/strong> aus Marburg, war auch noch ein weiteres Vorstandsmitglied in der Reisegruppe, von der der Angriff ausging. <strong>Sommavilla<\/strong> ist Beisitzer im Kreisvorstand, er kandidiert auf Listenplatz 4 f\u00fcr die Stadtverordnetenversammlung und auf Listenplatz 10 f\u00fcr den Kreistag. Ein sechstes Mitglied der Reisegruppe ist bisher unbekannt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">An dem \u00dcbergriff \u00fcberrascht weniger die Gewaltbereitschaft der AfD \u2013 Gewalt ist essentieller Bestandteil extrem rechter Ideologie \u2013 sondern vielmehr die Naivit\u00e4t der sogenannten b\u00fcrgerlichen Mitte. Einem von Nazis eigens gefilmten und zusammengeschnittenen Video zu glauben und deren gew\u00fcnschte Erz\u00e4hlung zu verbreiten, ist mindestens ignorant. <br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-medium-font-size\" id=\"land\">c) Auf dem Land <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Nachdem bereits die beiden historischen S\u00e4ulen der Stadt Marburg skizziert wurden &#8211; Milit\u00e4rstandort und die Universit\u00e4t im Zusammenspiel mit Studentenverbindungen &#8211; ist beim Blick auf das Umland die S\u00e4ule der durch die Arbeit in der Landwirtschaft historisch gepr\u00e4gte Bev\u00f6lkerung zu beachten. Mit seiner Initierung auf Fotos mit Rindern auf der Weide kn\u00fcpft <strong>Julian Schmidt<\/strong> genau daran an. Er stellt sich als K\u00e4mpfer f\u00fcr die bedrohte Landgesellschaft da. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Bereits bei der Reichstagswahl 1887 wurde Otto B\u00f6ckel, Bibliothekar an der Marburger Universit\u00e4tsbibliothek und Mitglied der Burschenschaft Germania Gie\u00dfen &#8211; im Wahlkreis Marburg-Kirchhain &#8211; in den Reichstag gew\u00e4hlt. B\u00f6ckel war dort der erste parteiunabh\u00e4ngige Antisemit, 1890 gr\u00fcndetet er dann die \u201eAntisemitische Volkspartei\u201c. Otto B\u00f6ckel sah die Schuldigen an der bedrohten b\u00e4uerlichen Lebenswelt in j\u00fcdischen Viehh\u00e4ndlern und Kreditgebern. Seine Popularit\u00e4t verdeutlicht, wie weit in der Region schon damals Teile der sp\u00e4teren Naziideologie verankert waren. Heute agitiert die AfD mit Erz\u00e4hlungen von \u201eGlobalisten\u201c: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>\u201eDiese globalisierte Klasse sitzt in den international agierenden Unternehmen, in Organisationen wie der UN, in den Medien, Start-ups, Universit\u00e4ten, NGOs, Stiftungen, in den Parteien und ihren Apparaten, und weil sie die Informationen kontrolliert, gibt sie kulturell und politisch den Takt vor.\u201c<\/em> Alexander Gauland <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"425\" src=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/142-001.jpg\" alt=\"Otto B\u00f6ckel spricht zu seinen Anh\u00e4ngern\" class=\"wp-image-1127\" srcset=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/142-001.jpg 1024w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/142-001-300x125.jpg 300w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/142-001-768x319.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Otto B\u00f6ckel spricht zu seinen Anh\u00e4ngern<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Die \u00e4hnlichen Zuschreibungen an \u201eJuden\u201c wie an die \u201eGlobalisten\u201c fallen auf: sie seien die \u201eWurzellosen\u201c, die die \u201eV\u00f6lker\u201c gegeneinander ausspielten und die Geschicke lenkten. Sp\u00e4ter wurde Otto B\u00f6ckel von den Nazis als Wegbereiter ihres Gedankengutes stilisiert. F\u00fchrende hessische Nazis, wie der sp\u00e4tere hessische NSDAP Staatspr\u00e4sident Ferdinand Werner (Mitglied im \u201eVerein Deutscher Studenten Gie\u00dfen\u201c), waren in ihrer Jugend in der sogenannten B\u00f6ckel-Bewegung t\u00e4tig. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\" id=\"jugends\u00fcnde\"><strong>Die \u201aJugends\u00fcnde\u2018 <\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"340\" height=\"255\" src=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Sebastian_Schmidt_2.cleaned.jpg\" alt=\"Sebastian Schmidt (re.) im Sturm 18 Shirt\" class=\"wp-image-1133\" srcset=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Sebastian_Schmidt_2.cleaned.jpg 340w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Sebastian_Schmidt_2.cleaned-300x225.jpg 300w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Sebastian_Schmidt_2.cleaned-80x60.jpg 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 340px) 100vw, 340px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Sebastian Schmidt (re.) im Sturm 18 Shirt<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\" id=\"jugends\u00fcnde\">Nach der Entnazifizierung Deutschlands durch die Alliierten h\u00e4tte Ferdinand Werner seine Mitgliedschaft bei der B\u00f6ckel-Bewegung wahrscheinlich als \u201aJugends\u00fcnde\u2018 bezeichnet. \u00c4hnliches sagt auch Nebenerwerbslandwirt <strong>Julian Schmidt<\/strong> \u00fcber seinen Bruder <strong>Sebastian Schmidt<\/strong>, Kreistagskandidat auf Listenplatz 3. Nachdem unter stadtlandvolk.net Fotos von ihm mit einem T- Shirt der Neo-Naziband \u201eSturm 18\u201c <a href=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/?p=952\">ver\u00f6ffentlicht wurden<\/a>, schrieb im Mai 2024 mittelhessen.de: \u201eSchmidt best\u00e4tigte, dass die Fotos, die seinen Bruder zeigen, echt sind. Sie seien etwa 20 Jahre alt, sein Bruder habe damals solche Musik geh\u00f6rt. Heute distanziere er sich davon.\u201c Julian Schmidt geht in seiner Stellungnahme nicht inhaltlich darauf ein, dass sein Bruder ein extrem rechtes Shirt getragen hat. Er distanziert sich stellvertretend und oberfl\u00e4chlich von der angeblichen \u201aJugends\u00fcnde\u2018.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Wer heute f\u00fcr die AfD im Kreistag rassistische Politik machen will, kann sich in Bezug auf seine Neo-Nazi Vergangenheit mit einfachen und oberfl\u00e4chlichen Distanzierungen nicht raus reden. Sonst w\u00e4re auch die wiederkehrende organisatorische Zusammenarbeit mit Naziburschenschaften wie der \u201eMarburger Burschenschaft Germania\u201c nicht m\u00f6glich. Deren Mitglieder propagieren wahlweise einen \u201eEurofaschismus\u201c, wie Philipp Stein vom Jungeuropa Verlag (\u201eVon rechts gelesen\u201c Sendung 173) oder beschreiben ihre Burschenschaft wie Marcel Grauf 2014 so: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>\u201e[Wir sind] keine Liberalos, aber auch keine konservativen Kackspasten [\u2026] Einfach lustige Nazis des 21. Jahrhunderts [\u2026] Lebensbundtechnisch: Gelebte Freundschaft im gro\u00dfen und ganzen.\u201c <\/em>(Facebook) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Wer die Kontinuit\u00e4t der vertretenen Ideologie dieser Kontexte ignoriert, will sie nicht sehen oder hat kein Problem mit ihnen. <br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-large-font-size\" id=\"fazit\">3. Fazit <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Die vorangegangene Analyse zeigt: An der Aufstellung der Marburger AfD zur Kommunalwahl in Stadt und Kreis best\u00e4tigen sich bundesweite Trends und lassen sich regionale Kontinuit\u00e4ten aufzeigen. Dabei baut der Erfolg der AfD auf milit\u00e4rischen und universit\u00e4ren Traditionen in der Stadt und rechten Kontinuit\u00e4ten auf dem Land auf. Die \u00dcberl\u00e4ufer der CDU in Marburg, <strong>Matthias Pozzi, Johannes H\u00fchn<\/strong> und zuletzt <strong>Klaus J\u00fcrgen B\u00f6ckler<\/strong>, bilden das lokale Pendant zum Ex-Mitglied der \u201eStahlhelmfraktion\u201c der CDU, Alexander Gauland. Zudem bindet die AfD vor Ort direkt Nachwuchs aus den Naziburschenschaften an sich, wie das Beispiel 2017 auf dem Haus der \u201eMarburger Burschenschaft Germania\u201c zeigen. Die Aufstellung von <strong>Pozzi<\/strong> und <strong>B\u00f6ckler<\/strong> schlie\u00dft gleichzeitig an die Kontinuit\u00e4t der militaristischen J\u00e4ger- und Reservistenverb\u00e4nde an. Zusammen mit den aus dem d\u00f6rflichen und kleinst\u00e4dtischen Milieu stammenden rechten Strukturen des Umlandes runden sie das Bild ab (siehe Schmidt-Clan). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Den \u00f6konomischen Kern der Struktur bildet eine von Abstiegs\u00e4ngsten geplagte Mittelschicht, was sich an den vielen kleinb\u00fcrgerlichen, mittelst\u00e4ndischen UnternehmerInnen zeigt, die ihre Interessen von der AfD vertreten sehen. Dabei verbindet die Partei ein in weiten Teilen neoliberales Programm mit der \u201awarmen\u2018 Ideologie der faschistischen Volksgemeinschaft und eine f\u00fcr den Faschismus typische Lust an der Katastrophe. Au\u00dferdem arbeitet sie mit ebenso typischen Romantisierungen und Mystifizierungen des angeblichen deutschen Volkes. Aus dieser Ideologie speisen sich auch die Feindbilder, die in den social-media-Kan\u00e4len der KandidatInnen en masse bespielt werden: Vermeintliche oder tats\u00e4chliche Linke, Frauen, Juden und J\u00fcdinnen, Queers und Migrant_innen werden im Sinne einer politischen Freund\/Feind Bestimmung zur \u201eJagd\u201c freigegeben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Ein Fazit \u00fcber die AfD und ihre zur Kommunalwahl antretenden KandidatInnen l\u00e4sst sich aufgrund der personellen und ideologischen Aufstellung deshalb zus\u00e4tzlich den den drei historischen S\u00e4ulen auch entlang von typischen Merkmalen des Faschismus ziehen: <\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Antimarxismus und die Sammlung unter einem vermeintlichen \u201enationalen\u201c Interesse l\u00e4sst sich bei den lokalen AfD\u2019lerInnen ebenso beobachten, wie <\/li>\n\n\n\n<li>ihre Verachtung f\u00fcr die pluralistische Gesellschaft, die ihren Mitgliedern eine &#8211; wie eingeschr\u00e4nkt auch immer &#8211; individuelle Entfaltung erm\u00f6glicht. Damit gestattet die liberale Gesellschaft ihren Mitgliedern eine Abweichung von dem, was die AfD gerne zur \u201eNorm\u201c machen w\u00fcrde. W\u00e4hrend sich die AfD <\/li>\n\n\n\n<li>bei den inneren Feinden recht einig zu sein scheint und wie man in Gie\u00dfen gesehen hat, bei entsprechender Gelegenheit <\/li>\n\n\n\n<li>zum offenen Stra\u00dfenkampf \u00fcbergeht, den man vorher auf Instagram ank\u00fcndigt, gestaltet sich <\/li>\n\n\n\n<li>die Sache mit den \u00e4u\u00dferen Feinden aktuell noch schwierig. <\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Die zitierten und v\u00f6llig im Widerspruch zueinander stehenden Positionen etwa zu Russlands Krieg gegen die Ukraine, weisen aber auf einen gewissen Pragmatismus in Bezug auf diese Widerspr\u00fcche hin. So wurde am Gr\u00fcndungstag der neuen Parteijugend deutlich gemacht, dass diese unterschiedlichen Positionen auszuhalten seien, da das Gesamtprojekt nicht durch solche Spaltungen gef\u00e4hrdet werden d\u00fcrfe. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Im Moment bietet diese Offenheit zudem Anschlussm\u00f6glichkeiten an ganz unterschiedliche Milieus. Besonders tr\u00fcgerisch ist dabei der Anschluss an das Milieu der sogenannten Friedensbewegung, wo die Dialogbereitschaft mit Putins Regime die Partei als vermeintliche \u201eFriedenspartei\u201c erscheinen l\u00e4sst. Dass Faschismus aber niemals Frieden bedeutet und auch nicht bedeuten kann, wird ignoriert. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Wer die Partei w\u00e4hlt, w\u00e4hlt somit ein Projekt, dass sich noch nicht entschieden hat, an welcher Front es seine Unterst\u00fctzer und Mitl\u00e4ufer k\u00fcnftig sterben lassen wird. Die Versuche der Partei, durch chiffrierte Ausspr\u00fcche wie \u201eAlice f\u00fcr Deutschland\u201c oder \u201eDeutschland zuerst\u201c an nationalsozialistische Propaganda anzuschlie\u00dfen machen deutlich, dass die Partei von einem Nationalismus durchzogen ist, der sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auch gegen \u00e4u\u00dfere Feinde wenden wird. Daf\u00fcr sprechen auch die geschichtsrevisionistischen Opfererz\u00e4hlungen und der Post-Shoah Antisemitismus mit dem Ziel, sich von der Verantwortung f\u00fcr vergangene Verbrechen zu l\u00f6sen. FaschistInnen haben nie aufgeh\u00f6rt, Menschen zu jagen. Wo immer sich ihnen Gelegenheiten bieten, schlagen sie zu. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Faschismus hat in Deutschland Tradition und Kontinuit\u00e4t. FaschistInnen wollen ihre Gegner_innen jagen, fr\u00fcher wie heute. Genauso zeigt uns die Geschichte aber auch, dass es schon immer Gegenbewegungen zu diesen Entwicklungen gab und gibt. Erfolgreicher Antifaschismus ist laut, unvers\u00f6hnlich und konsequent. Der gemeinsame Kampf gegen faschistische Ideologien und f\u00fcr die befreite Gesellschaft ist und bleibt unsere Wahl. Gelebter Antifaschismus ist &#8211; damals wie heute &#8211; unsere Antwort, unsere Pflicht und unsere Hoffnung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Alerta, wir sehen uns auf der Stra\u00dfe!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"568\" height=\"425\" src=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Eingefuegtes-Bild.png\" alt=\"Traurige Nazis nach erfolgreichem Antifaschismus zur Wehrmachtsausstellung in Marburg 1997\" class=\"wp-image-1139\" srcset=\"https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Eingefuegtes-Bild.png 568w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Eingefuegtes-Bild-300x224.png 300w, https:\/\/stadtlandvolk.net\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Eingefuegtes-Bild-80x60.png 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 568px) 100vw, 568px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Traurige Nazis nach erfolgreichem Antifaschismus zur Wehrmachtsausstellung in Marburg 1997<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung Drei S\u00e4ulena) Milit\u00e4rb) Universit\u00e4t Den Worten folgen Tatenc) Auf dem Land Die &#8218;Jugends\u00fcnde&#8216; Fazit Der vorliegende Artikel anl\u00e4sslich der Kommunalwahl 2026 soll einen Beitrag in der emanzipatorischen Auseinandersetzung mit der AfD leisten. Der Text erl\u00e4utert Schnittmengen, Verbindungen und \u00dcberl\u00e4ufer zwischen Marburger Konservativen und der AfD. Dies geschieht anhand von drei S\u00e4ulen. Nach einer Einleitung werden die beiden S\u00e4ulen Milit\u00e4r und Universit\u00e4t analysiert, au\u00dferdem wird ein Blick auf antisemitische Kontinuit\u00e4ten im Landkreis Marburg-Biedenkopf geworfen und ein Fazit gezogen. 1. Einleitung Die AfD f\u00fcllt ihre Reihen vermehrt mit offenen FaschistInnen. Teilweise mit universit\u00e4rem Bezug, teilweise aus der Provinz. Diese Mischung ist grunds\u00e4tzlich nicht neu, aber genau deswegen gef\u00e4hrlich, wie die folgende historische Betrachtung der extremen Rechten im Landkreis Marburg Biedenkopf aufzeigt. Die Analyse wird anhand von drei S\u00e4ulen aufgestellt: Universit\u00e4t, Milit\u00e4r und Landbev\u00f6lkerung. Dabei entsteht eine brisante Mischung, wie sich beispielsweise bei einem Angriff auf zwei Gegendemonstrantinnen Ende November 2025 in Gie\u00dfen durch AfD Anh\u00e4nger zeigte. Angreifer auf der Anreise zur Gr\u00fcndungsveranstaltung der neuen AfD Jugendorganisation war u.A. AfD-MdB Julian Schmidt. Schmidt ist der Spitzenkandidat der AfD Marburg-Biedenkopf f\u00fcr den Kreistag bei der anstehenden Wahl und f\u00fchrt die Partei lokal in Clan Manier mit Hilfe mehrere Familienmitglieder an. Die Gewalttat in [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1127,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,1338],"tags":[10,50,28,24,992,11,1344,1340,27,1345,386,1254,45,15,1342,1339,38,353,212,382,376,1241,126,92,1347,1343,39,993,982,1348,1341,1336,1161],"class_list":["post-1119","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-artikel-2026","tag-afd","tag-afd-marburg-biedenkopf","tag-alexander-gauland","tag-bjoern-hoecke","tag-cdu-marburg","tag-deutsche-burschenschaft","tag-felix-preissler","tag-foerdergemeinschaft-fuer-soldatenverbaende","tag-identitaere","tag-jannis-manderbach","tag-johannes-huehn","tag-jonathan-goetzel","tag-julian-schmidt","tag-junge-alternative","tag-kelly-emilie-fink","tag-klaus-juergen-boeckler-2","tag-marburger-burschenschaft-germania","tag-marburger-jaeger","tag-marcel-grauf","tag-matthias-pozzi","tag-michael-franke","tag-nick-schmittberger","tag-normania-leipzig-zu-marburg","tag-npd","tag-otto-boeckel","tag-paul-ziller","tag-philip-stein","tag-rcds-marburg","tag-republikaner","tag-sauerlaendische-aktionsfront","tag-senioren-union","tag-tobias-sommavilla","tag-werteunion"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1119"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1119\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1149,"href":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1119\/revisions\/1149"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1127"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/stadtlandvolk.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}